Die Covid-19-Fälle explodieren und jeden Tag werden mehr
Patient*innen in die Spitäler eingewiesen. Die unterschiedlichen und teils ungenügenden
Schutzmassnahmen der Kantone verunsichern die Bevölkerung. Dadurch greift auch der
Aufruf zur Selbstverantwortung und persönlichen Einschränkung nicht, weil die
Bevölkerung nicht versteht, warum härtere Vorgaben nur in einzelnen Kantonen gelten
sollen.
Die Massnahmen sollen vom Bundesrat sofort vereinheitlicht und gegebenenfalls
verschärft werden, fordert die Schweizerische Gesellschaft für Notfall- und
Rettungsmedizin.
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Seit Jahresbeginn stehen die Mitarbeitenden der Notfallstationen und Rettungsdienste
ununterbrochen im Einsatz. Denn zusätzlich zu ihren üblichen Aufgaben gehören seither der
Betrieb der Covid-Testzentren und die Rolle wichtiger Aufklärungs- und Informationsstellen. Der
Personalbestand blieb allerdings derselbe.
Jetzt wo die zweite Corona-Welle zu einem Flächenbrand geworden ist und die Schweiz härter als
erwartet trifft, droht bei weiter zunehmender Belegung der Spitäler und Intensivstationen die
Kapazität für die Versorgung regulärer, nicht-covid-bedingter Notfallpatienten, einzubrechen. Ein
Kollaps der Notfall- und Rettungsteams muss verhindert werden, sonst droht das
gesamte Gesundheitswesen einzubrechen.
Medizinische Fachgruppe fordert, dass ab sofort der Bund die Massnahmen bestimmt und
koordiniert.
Der Vorstand der Schweizerischen Gesellschaft für Notfall- und Rettungsmedizin (SGNOR) fordert
Schutzmassnahmen, die bestmöglich gegen die pandemische Ausweitung von Covid-19 wirken und
schweizweit einheitlich sind.
Den Führungsgremien des Verbandes ist nicht klar, warum bisher nur zögerlich oder gar nicht
auf die Vorschläge der wissenschaftlichen Taskforce eingegangen wird. «Wir können es uns nicht
leisten, halbherzige Massnahmen zu treffen, um dann in der zweiten Woche zu merken, dass sie
nichts genützt haben. Wir wollen nicht, dass die Schweiz ein zweites Bergamo wird».