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Ungelöst – Mordfall Ana Paula Arruda

Ungelöst – Mordfall Ana Paula Arruda

18.01.2026 | 11:33

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Ungelöst – Mordfall Ana Paula Arruda

Ana Paula ARRUDA - aufgenommen 2006 (Bildquelle: Polizei Basel-Landschaft)

An einem Herbstmorgen macht eine Joggerin im Allschwiler Wald eine grausige Entdeckung – eine tote Frau. Sie liegt an einem abgelegenen Waldweg, fernab von Wohnhäusern. Schnell ist klar: Die Frau wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Ihr Name ist Ana Paula Arruda, sie ist 31 Jahre alt. Bis heute ist ungeklärt, wer sie tötete.

Am 2. September 2006 entdeckt eine Joggerin die Leiche im Gebiet Senke. Die Polizei beginnt umgehend mit Ermittlungen, befragt Zeugen, sichert Spuren, überprüft Kontakte. Doch trotz grossem Aufwand bleibt der Täter unbekannt. Der Mordfall gerät nicht in Vergessenheit – wird aber auch nicht gelöst.

Das Opfer und ihr Weg in die Schweiz

Ana Paula Arruda wurde 1975 in Brasilien geboren. Mit 19 Jahren lernte sie einen Schweizer kennen und folgte ihm dorthin. Die beiden heirateten, doch die Beziehung zerbrach. In den Jahren danach geriet Ana Paula in eine schwierige Lebensphase: Sie erkrankte psychisch schwer, entwickelte eine Drogenabhängigkeit und arbeitete zeitweise auf dem Basler Strassenstrich.
Ungelöst – Mordfall Ana Paula Arruda

Porträtfoto des Opfers (2006) (Bildquelle: Polizei Basel-Landschaft)

Seit 1994 lebte sie in der Schweiz und besass auch das Schweizer Bürgerrecht. Einen festen Wohnsitz hatte sie zuletzt nicht mehr, ihr Lebensmittelpunkt lag in Basel, wo sie meist nur unter dem Namen Ana Paula bekannt war. Ihr Ex-Mann stammte aus einem gutbürgerlichen Umfeld; zwischen den beiden bestand auch nach der Trennung sporadischer Kontakt, unter anderem wegen finanzieller Unterstützung.
Ana Paula Arruda war Mutter von vier Kindern. Zwei lebten in der Schweiz, zwei in Brasilien. Zum Zeitpunkt ihres Todes im Jahr 2006 war sie 31 Jahre alt.

Erkenntnisse der Gerichtsmedizin

Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass die 31-jährige Ana Paula Arruda Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Als Todesursache stellten die Rechtsmediziner massive Gewalteinwirkung gegen den Hals fest; Ana Paula wurde erdrosselt.
Der Todeszeitpunkt konnte auf den 2. September 2006 zwischen 6.00 und 8.00 Uhr morgens eingegrenzt werden. Diese Einschätzung basiert auf rechtsmedizinischen Befunden sowie auf den Ermittlungsergebnissen der Polizei. Hinweise auf ein Sexualdelikt fanden sich nicht.

Jahre später: Der Fall wird neu aufgerollt

Viele Jahre nach der Tat nehmen spezialisierte Ermittler den Fall erneut unter die Lupe. Akten werden nochmals gelesen, Spuren mit heutigen Methoden überprüft, alte Aussagen neu bewertet. Ziel ist es, das Bild jener Nacht so genau wie möglich zu rekonstruieren und mögliche Fehler oder Lücken von damals zu schliessen.
Unterstützt werden die Ermittler dabei von Kriminalisten aus dem Ausland, die den Fall analysieren und versuchen, aus dem bekannten Tatablauf Rückschlüsse auf den Täter zu ziehen.
Ungelöst – Mordfall Ana Paula Arruda

Fundstelle der Leiche (Bildquelle: Polizei Basel-Landschaft)

Ein Mann aus dem Umfeld des Opfers?

  • Beim Täter handelt es sich um einen Mann, der zum Tatzeitpunkt 25 bis 35 Jahre alt war. Heute ist der Gesuchte 40 bis 50 Jahre alt.
  • Der Täter hat Ortskenntnisse. Er kennt/kannte den Allschwiler Wald, wo er die Leiche deponierte, und das Milieu des Basler Strassenstrichs. Umgekehrt dürfte der Täter im Milieu ebenfalls bekannt gewesen sein. Möglich ist, dass der Täter auch schon in Konflikte mit Prostituierten verwickelt war.
  • Der Täter dürfte sich regelmässig im Milieu der Strassenprostitution aufgehalten haben. Unmittelbar nach dem Tötungsdelikt vom 2. September 2006 dürfte er das Milieu jedoch für eine gewisse Zeit gemieden haben. Später könnte er dort wieder aufgetaucht sein und sich nach der Tat und dem Täter erkundigt haben.
  • Der Täter dürfte ein geregeltes und unauffälliges Leben geführt haben und immer noch führen. Möglich ist, dass er damals in einer Beziehung gelebt hat. Er dürfte mindestens durchschnittlich intelligent sein, sich durch einen ausgeprägten Mangel an Empathie auszeichnen und über psychopathische Persönlichkeitszüge verfügen. Typisch für den Täter sind sein manipulatives Verhalten und der Besitz sowie der Konsum von gewaltverherrlichender Pornografie.
  • Möglicherweise verkaufte der Täter kurz nach der Tat – also im Zeitraum September oder Oktober 2006 – sein (nicht näher bekanntes) Auto.
  • Aufgrund der geografischen Lage könnte der Täter sowohl aus der Schweiz als auch dem angrenzenden Elsass (Frankreich) oder dem süddeutschen Raum (Deutschland) stammen.

Polizei und Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft bitten die Bevölkerung um Mithilfe und haben die folgenden Fragen:

  • Wer hat Beobachtungen gemacht, die mit der aufzuklärenden Tat in Zusammenhang stehen könnten?
  • Wer kann Angaben zu einer Person machen, die dem Täterprofil entspricht?
  • Wer kann Angaben zum Opfer und zu seinen Kontakten ins Milieu machen?
  • Wer weiss von einem Mann, der den Kontakt zu Prostituierten gesucht hatte, im September 2006 aber plötzlich nicht mehr gesehen worden war, allenfalls später wieder aufgetaucht ist und sich vielleicht auch nach Ana Paula und dem an ihr begangenen Tötungsdelikt erkundigt hatte?

Zeugenaufruf

Hinweise nehmen die Polizei Basel-Landschaft unter der Telefonnummer +41 61 553 20 30 sowie jede andere Polizeidienststelle der Schweiz über die Notrufnummern 112 und 117 entgegen.

Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, ist eine Belohnung von bis zu CHF 20'000.00 ausgesetzt.

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